84,7kg und das Wort zum Montag

Der Wochenüberblick erfreut den Statistiker: 2,7kg weg, oder wie eine
Frauenzeitschrift titeln würde:

5 Pfund in 7 Tagen und soviel essen wie sie mögen!

Millionen von Jahren war die „Rubensfigur“ ein Zeichen von Begehrtheit,
Ansehen und Wohlstand.
Seit 50 Jahren nicht mehr – dumm gelaufen

Samstag war ich ja noch einkaufen, was ich da gesehen habe war klischeehaft
typisch.
Eine Mutter mit ihrer zirka 12,13,14jährigen Tochter.
Beide adipös (das medizinische Fremdwort für FETT).
Wie ich der (weil gebrüllten) Unterhaltung der beiden entnehmen durfte
stammen beide aus einer Schicht,
die – je nach politischer/religiöser Einstellung – als sozial
unterpreviligiert oder asozial oder Prekariat bezeichnet wird.
An der Kasse habe ich die beiden wieder getroffen. Wieder brüllten beide,
deswegen fielen sie mir gleich auf. Ein Blick in deren Einkaufswagen
bestätigte die billigsten Klischees.

Kein einziges natürliches Vitamin, die Tiefkühlpizza war noch das
Gesündeste im Korb.
Ich habe ja schon berichtet, das gesunde Ernährung manchmal unanständig
teuer ist und Dreck oft billig.
Ich habe vollstes Verständnis, wenn man dabei sparen muß und auf
Discountprodukte zurückgreift.
Ich habe vollstes Verständnis das die paar Euro vom Hartz-Amt für maximale
Einschränkung sorgen.

Solange es aber noch für eine Stange Tawa-Zigaretten und Kanisterrotwein
reicht, sollte es auch für Obst reichen.
Wer zahlt die Folgen der Kombination
Übergewicht-Alk-Zigaretten-werweißwasnoch?

Wir!

Eigentlich sind die Eltern dafür zuständig, daß sich sowas bei den eigenen
Kindern nicht wiederholt.
Natürlich ist auch deren Reichweite beschränkt, noch dazu wenn die Eltern
in der Unterschicht sind.
Aber es gibt ja noch die Schule. Die soll ja alles richten was Eltern so
verbocken

Wie war das bei mir? Meine Eltern (keine Unterschicht!) haben sich redlich
bemüht mir ihr Wissen
zu vermitteln und mich ausgewogen zu ernähren. Dies wurde nicht wenig vom
Fernsehen (fünf Programme)
und Freunden konterkariert.

Das gabe es aber noch die Schule. Ich war auf zweien. Beidesmal wurde ich
von einer Lehrerin
unterrichtet, die man heutzutage als Ökotussi abtun würde. Beide gaben mir
folgende Lehre mit:

Weizenkeim und Vollkorn – gut!
Faulige Ökoäpfel, Matetee und alles was die Rebellen in Nicaragua
unterstützt – gut!

Alles was lecker ist – bäh!

Meine Kochkünste habe ich nicht aus diesem Unterricht, mein
Ernährungswissen mühsam
recherchiert und am lebenden Objekt ausprobiert. Leider machen sich wenige
die Mühe.

Was erzählen die Lehrerinnen heute? Trennkost? Glyx-Diät?
Brigitte-Ernährung?

Ich weiß nur, es wird wieder viel Blödsinn dabei sein
und trotzdem ist es für viele das einzige Mal im Leben,
daß sie zumindest mal kurz darüber nachdenken was sie alles in sich
reinstopfen.

Traurig!

2 Gedanken zu “84,7kg und das Wort zum Montag

  1. Ich muss selbst mit teilweise extrem wenig Geld auskommen. Und trotzdem schaffe ich es, mich gesund und gut zu ernähren. Inzwischen ist selbst Bio-Zeug so günstig bei Discountern zu bekommen. Für mich ist das bloß eine faule Ausrede, dass gesunde Ernährung angeblich zu teuer sei.

  2. Stimmt, anständiges Gemüse ist ja sooo spottbillig zu bekommen…. und von hochwertigem Fleisch gar nicht erst zu reden, ne? Wer natürlich mit dem „Zeug“ von Aldi und Co. zufrieden ist, bitte sehr. Da kann man aus nährstofflicher Sicht zwar auch auf Watte kauen, aber wenns das Gemüt beruhigt… :>>
    Gesunde Ernährung IST teuer, wenn man ein bisschen auf Qualität achtet und nicht alles akzeptiert, was grün ist und wo „Bio“ draufsteht (was ja dann nicht zwangsläufig auch drin sein muss…). Und das, was frisch ist und gesund, gibts selten im Supermarkt.

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