83,2kg und die 100 Tage sind vorbei – Tag der Abrechnung

So. Das war’s. 100 Tage gesunder Ernährung sind vorbei.

Zeit für eine Bilanz – Zeit für einen Blick zurück.

Zeit meiner Leistungssportzeit war ich immer zwischen 75 und 82-83 Kilo. Als diese endete wurde es langsam mehr und ich bekam erst ein Bäuchlein, dann eine Wampe.

1. Lektion: Sich nicht mehr bewegen und trotzdem weiter futtern geht nicht gut.

2.Lektion: 26 ist nicht 18 – du wirst langsam alt!

Zusammen mit ein paar Kollegen starteten fünf Kollegen eine Abspeckaktion, die vom November bis zum letzten Freitag vor Weihnachten dauerte und – weil wir alle Männer sind – natürlich als Wettbewerb. Ich wurde Zweiter und fiel von 87,7 auf 75,8 Kilo. Dies gelang mir mit einer megawüsten 500 Kalorien pro Tag-Kasteiung.

Langsam ging es dann wieder nach oben, über Jahre. Zwischen 1998 und Anfang 2005 ging’s Stück um Stück nach oben. Bis auf 94,4 Kilo. Das ging gar nicht. Ich hatte genug und meldete mich im Fitnessstudio an und begann –diesmal etwas sinnvoller- mit der Gewichtsreduktion. Klappte auch. Rund 3 Monate später standen 79,9 Kilo zu Buche.

Dieses Gewicht hielt ich halbwegs, es schwankte so um die 85 Kilo, meiner oberen Grenze für ein Wohlfühlgewicht. Bis zum Oktober 2006 Da musste ich zu Rauchen aufhören und blitzschnell brachen alle Dämme. Kein halbes Jahr verging und ich war auf gepflegten 101,8 Kilo. Keine Hose passte mehr, ich hatte zahlreiche Ausfallerscheinungen wie Sodbrennen usw. durch die schnelle Gewichtszunahme. Abhilfe musste geschaffen werden und dringend auch eine Motivation.

Wer sich gut kennt, kennt auch seine Schwächen und kann diese in Stärken ummünzen. Ich bin ein typischer Allgäuer Sturschädel und Nebenerwebsmacho. Eigenschaften, die angeblich mit meinem Sternzeichen Steinbock zusammenpassen. Whatever, was ich mir einbilde ziehe ich auch durch. Ich muß es mir nur fest genug einbilden.

Die 100 Tage sind jetzt geschafft, es war nicht leicht, wirklich schwer gemacht habe ich es mir aber auch nicht. Ich bin den Tretminen einfach ausgewichen. Ich hatte keine Chips daheim, nur Schokolade mit mind. 70%, habe nur noch das Schlemmerlokal (Dany´s – beim Atlantis in Neu-Ulm) aufgesucht, bei dem ich wusste es gibt leckere Diätküche, habe mein Vesper ins Geschäft komplett mitgenommen, die Süssigkeitenschublade weitgehenst ausgeräumt. Somit konnte ich Momente der Schwäche gut überstehen. Beim Grillfest der Firma, Geburtstagsfeiern usw. brauchte ich Willen, Sturheit und möglichst wenig Kontakt dazu. Dann ging das auch irgendwie. Gesellschaftliche Verpflichtungen habe so gut als möglich gedeichselt. Mein Sport-und damit Bewegungsumfang deutlich erhöht. Ich gebe zu, ich bin immer noch faul, es könnte wesentlich mehr sein. Es wird aber nicht mehr werden – ich kenne mich. Diese Woche war meine einzige sportliche Betätigung hier die Treppe hochzurennen. Immerhin geht das wieder ohne Schwitzen – auch was wert.

Ewig wie jetzt würde das aber auch nicht gut gehen. 100 Tage sind gut und in der Form genau richtig. Wer mehr und länger machen muss, sollte langsamer machen. Ich habe rund 30 Kilo Salat, knapp 30 WeightWatcher-Lasagnen, 14 WeightWatcher-Pizzas, 70 Paprika, 85 Joghurts, 20 Optiwell-Puddings, 90 Bananen, 7 Kilo Erdbeeren, 12 Diäteis, 20 Äpfel, 3 Tafeln Hartbitterschokolade, 11 Bund Radieschen, 9 Putenschnitzel, 1 Whopper junior, rund 10 Kilo Champignons, 3 Kilo Karreespeck, 2 Kilo Gouda, 3 Kilo Spätzle, 4 Putendöner, 6 Mandrinen,
und rund 400 Knäcke verdrückt. Nicht, das ich ab heute wieder zulange, aber eine Butterbrezel, ein Whopper ohne Junior und ein Schnitzel habe ich doch vermisst. Langsam wird die gesunde Ernährung -ohne gelegentliche Sünde!- doch etwas langweilig.
Noch mal so lange würde ich aber nicht durchhalten.

Ich freue mich über die riesigen Besucherzahlen in diesem Blog, ich habe mich sehr über den vielen lieben Zuspruch gefreut. Interessant fand ich die, die meinten ich würde nie durchhalten. Das waren aber eher die, die mich nicht kennen 😉 oder einfach Wunschdenken. Sei es, weil sie es mir ihr eigenes Scheitern wünschen um sich besser zu fühlen, oder weil sie neidisch sind, oder weil sie mich einfach nicht mögen – da gibt’s ja auch davon genug.

Vor allem der Neid hat mich gewundert. Was wurde mir nicht alles prophezeit. Vom Nierenversagen bis hin zu schnellem Jojo-Effekt. Gegen letzteren versuche ebenfalls mit einem Trick anzukämpfen. Wie – verrate ich demnächst.

Interessant auch, wer diesen Blog gelesen hat. Von meinen Freunden, Kollegen und Bekannten angeblich fast niemand. Komischerweise haben mir aber vielen von ihnen so manches erzählt, was sie nur von hier wissen können. Enttarnt…..*fg*

Ich habe mich sehr über die Unterstützung von allem, gerade hier aus der Community sehr gefreut. Es hat mir sehr geholfen. Hier war nichts von Neid zu spüren. Hier kamen mir nur Anteilnahme, Motivation und Hilfsangebote entgegen. Ich werd’s weiterempfehlen.

Wie geht’s jetzt weiter?

Das verrate ich in meinem nächsten Eintrag. Stay tuned!

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: