85,7kg und der Scheideweg

Es gibt Momente, da muß man das Scheitern eines Konzeptes einfach einräumen.

Heute ist dieser Moment.

Die Abspeckaktion dieses Jahr geht in die Hose.

Seit 13. April habe ich nicht abgenommen, sogar zeitweise wieder zugenommen.

An der Ernährung an sich liegt es nicht, mein Speiseplan und alle anderen Rahmenbedingungen sind wie immer. Es hat sich was anderes geändert. Die einzige Änderung zu den Vorjahren ist mein Alter. Das fordert nun offenbar seinen Tribut.

Was kann ich machen?

Es gibt nur zwei Möglichkeiten.

1. Möglichkeit
Ich reduziere meine Kalorienzufuhr von 1000+Gemüse auf 500+Gemüse.
Das bringt pro Woche dann etwa den gleichen Effekt wie in den vorigen Jahren. Die Konsequenz wäre ein permanentes Hungergefühl, welches ich nur mit Sachen die ich nicht mag oder mir zum Hals raushängen besänftigen kann. Ich glaube kaum, daß ich mir das oder meiner Umgebung längerfristig zumuten kann.

2. Möglichkeit
Ich erhöhe meinen Kalorienverbrauch. Um den Grundumsatz nenneswert zu erhöhen müßte ich ca. 1 Stunde tägliches Gerätetraining oder zwei Stunden Radfahren bzw. Inlinern hinbekommen. Wenn ich die Zeit verkürzen will muß ich die Intensität steigern. Dann würde ich zwar ebenfalls zunächst etwas zunehmen dafür mittelfristig abnehmen.
Dem stehen ebenfalls Probleme entgegen. Unter der Woche habe ich weder die Zeit noch die Energie für so regelmäßiges Training. Wenn ich nach dem üblichen 14-18-Stunden-Tag heimkomme, dann will garantiert nicht bei Schlechtwetter sinnlos auf Rädern den Ort umrunden. Am Wochenende wäre das teilweise nachholbar, scheitert aber an meinen Hausmanns- bzw. Buchhalterpflichten. Das gravierenste Problem daran ist aber:
Es gibt NICHTS was mir alleine Spaß macht und viel Kalorien verbraucht und noch dazu immer und einfach machbar ist. Sinnlose Bewegung ist mir ein Graus. Ich laufe hier zu den Läden und auch zu innerortigem Besuch, oft auch zur Tankstelle zum Päckchen aufgeben. Den Aufzug nutze ich sehr selten. Aber nur des Kalorienverbrauchs wegen sinnlos auf dem Radl bei Regen durch die Gegend bretten. Nee….echt nicht….. Joggen usw. geht wegen diverser „Erinnerungen an meine Fußballerzeit“ nicht. Noch dazu ist es logischerweise mit meiner Kondition extrem wenig weit her.

Was geht also? Eigentlich nur eine Sache. Weiter diäten wie bisher und das Gewicht wenigstens halten. Die Frage ist: Will ich das?

Ich habe im Laufe der Jahre alles was Spaß macht aufgegeben. Trinken, Frauen, Rauchen, Spielen, Fußball, Reisen, Skifahren usw. Das Genießen ist das Einzige, was noch übrig ist. Bringe ich es tatsächlich fertig auf mein letztes Laster zu verzichten? Dauerhaft? Für immer? Was wäre die Alternative dazu?

Fett werden und bleiben.

Auch nicht erstrebenswert. Ich habe keine Lösung für das Problem. Ein Teufelskreis.

Ich werde vorläufig weiter diäten und mir eine Lösung ausdenken. Ich hoffe ich finde eine, aber ich fürchte ich werde einfach wieder fetter.

1 Gedanke zu “85,7kg und der Scheideweg

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